Aperol Spritz
Der venezianische Aperitif: das offizielle 3-2-1-Rezept, warum Prosecco zuerst ins Glas kommt und die Geschichte vom spritzen.
Der Aperol Spritz ist der venezianische Aperitif: Aperol (ein bitterer Orangenlikör), Prosecco und ein Spritzer Soda, im Weinglas auf Eis gebaut und mit einer Orangenscheibe serviert.
Herkunft
Aperol wurde 1919 in Padua vorgestellt; den Spritz als Getränkeform gibt es in Venetien schon länger, ursprünglich als Prosecco mit einem Schuss Soda – der Name kommt von „spritzen" (sprühen), wie die Barwirte es nannten, wenn sie Wasser in den Wein gossen (Wikipedia Spritz/Aperol, abgerufen am 2026-08-23). Die Kombination mit Aperol setzte sich ab den 2000er-Jahren weltweit durch und ist inzwischen der meistgetrunkene Aperitif-Longdrink Italiens.
Das Rezept: Die 3-2-1-Formel
Das offizielle Verhältnis (Hersteller-/IBA-Konvention):
| Teil | Menge (klassisch) | Zutat |
|---|---|---|
| 3 | 9 cl | Prosecco, gut gekühlt |
| 2 | 6 cl | Aperol (11 % Vol) |
| 1 | ~2 cl Spritzer | Soda Water |
Technik:
- Weinglas randvoll mit Eiswürfeln füllen (große Würfel – sie verdünnen langsamer).
- Prosecco zuerst, dann Aperol darüber – so mischt der Likör sich von oben nach unten gleichmäßig, und der Schaum bleibt erhalten.
- Ein Spritzer Soda, einmal kurz heben; nicht rühren, sonst verliert der Drink Kohlensäure.
- Halbe Orangenscheibe ins Glas – nicht ausdrücken.
Alkohol- und Kalorienrechnung
Prosecco 150 ml × 11 % = 16,5 ml + Aperol 100 ml × 11 % = 11 ml reinen Alkohols → 27,5 ml auf ~270 ml Drink ≈ 10 % Vol. Kalorien: ~22 g Alkohol × 7 = 154 kcal + Prosecco-Restzucker → rund 160 kcal je Glas (Atwater-Schätzung, Details in der Kalorien-Tabelle).
Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Alkohol | ca. 8 bis 11 % Vol, abhängig vom Prosecco |
| Koffein | 0 mg |
| Kalorien | ~160 kcal je Glas (~270 ml) |
| Typisch serviert | Weinglas mit viel Eis, Orangenscheibe |
Alkohol- und Kalorienangaben sind Schätzungen aus der Rezeptur.
Was den guten Spritz ausmacht
- Trockener Prosecco (Brut oder Extra Dry): Der Bitterlikör bringt genug Eigensüße mit; ein trockener Schaumwein hält die Balance.
- Großes, frisches Eis: Kleine Würfel schmelzen sofort und machen den Drink wässrig.
- Reihenfolge einhalten: Aperol zuerst kippt sich am Eis fest und mischt ungleich.
- Nicht umrühren: Einmal heben genügt; ständiges Rühren tötet die Perlage.
Die alkoholfreie Variante
„Alkoholfreier Spritz": alkoholfreier Secco + Grapefruit- oder Rhabarber- Bitterlimonade (Verhältnis 2:1) + Spritzer Soda, Orange nicht vergessen. Die Bitternote macht aus Saft+Soda erst einen Mocktail (Grundlagen: Mocktails-Basics).
Häufige Fragen
Warum 3-2-1 und nicht anders?
Die Formel ist Herstellerkonvention (Aperol-Werbung seit Jahren) und hat sich als Balance bewährt: genug Bitterkeit für den Apéritif-Effekt, genug Schaumwein für Leichtigkeit. In Venetien wird oft 2-1 gespritzt (weinlastiger).
Kann ich statt Prosecco Sekt nehmen?
Geschmacklich ja, typologisch nein: Dann heißt es einfach „Sekt-Spritz". Der italienische Charakter lebt vom leichten, perligen Prosecco.
Ist Aperol dasselbe wie Campari?
Nein. Campari ist dunkler, deutlich bitterer und hochprozentiger (25 % Vol vs. 11 %). Der Campari-Spritz ist die ältere, herbere Version desselben Konzepts.
Warum wird der Spritz wässrig, wenn er steht?
Das Eis. Große Würfel und ein schnell getrunkener Aperitif sind die Lösung – der Drink ist als kurzes Getränk konzipiert, nicht als Langzeitbegleiter.
Weiterlesen: Sekt vs. Prosecco vs. Champagner · Mojito · Mocktails-Basics · Verantwortungsvoll genießen: BZgA unter kenn-dein-limit.de
Quellen: IBA Spritz-Familie / Herstellerangaben Aperol (abgerufen am 2026-08-23) · Wikipedia Spritz (Herkunft „spritzen") · Atwater-Schätzung (R19).
Alkohol ist nicht risikofrei. Dieser Artikel informiert über Getränke und Zubereitung, nicht über möglichst hohen Konsum.
