Aperol Spritz

Der venezianische Aperitif: das offizielle 3-2-1-Rezept, warum Prosecco zuerst ins Glas kommt und die Geschichte vom spritzen.

Mischgetränke & Smoothies

Veröffentlicht: 22. August 2026 · 2 Min. Lesezeit

Der Aperol Spritz ist der venezianische Aperitif: Aperol (ein bitterer Orangenlikör), Prosecco und ein Spritzer Soda, im Weinglas auf Eis gebaut und mit einer Orangenscheibe serviert.

Herkunft

Aperol wurde 1919 in Padua vorgestellt; den Spritz als Getränkeform gibt es in Venetien schon länger, ursprünglich als Prosecco mit einem Schuss Soda – der Name kommt von „spritzen" (sprühen), wie die Barwirte es nannten, wenn sie Wasser in den Wein gossen (Wikipedia Spritz/Aperol, abgerufen am 2026-08-23). Die Kombination mit Aperol setzte sich ab den 2000er-Jahren weltweit durch und ist inzwischen der meistgetrunkene Aperitif-Longdrink Italiens.

Das Rezept: Die 3-2-1-Formel

Das offizielle Verhältnis (Hersteller-/IBA-Konvention):

TeilMenge (klassisch)Zutat
39 clProsecco, gut gekühlt
26 clAperol (11 % Vol)
1~2 cl SpritzerSoda Water

Technik:

  1. Weinglas randvoll mit Eiswürfeln füllen (große Würfel – sie verdünnen langsamer).
  2. Prosecco zuerst, dann Aperol darüber – so mischt der Likör sich von oben nach unten gleichmäßig, und der Schaum bleibt erhalten.
  3. Ein Spritzer Soda, einmal kurz heben; nicht rühren, sonst verliert der Drink Kohlensäure.
  4. Halbe Orangenscheibe ins Glas – nicht ausdrücken.

Alkohol- und Kalorienrechnung

Prosecco 150 ml × 11 % = 16,5 ml + Aperol 100 ml × 11 % = 11 ml reinen Alkohols → 27,5 ml auf ~270 ml Drink ≈ 10 % Vol. Kalorien: ~22 g Alkohol × 7 = 154 kcal + Prosecco-Restzucker → rund 160 kcal je Glas (Atwater-Schätzung, Details in der Kalorien-Tabelle).

Steckbrief

MerkmalAngabe
Alkoholca. 8 bis 11 % Vol, abhängig vom Prosecco
Koffein0 mg
Kalorien~160 kcal je Glas (~270 ml)
Typisch serviertWeinglas mit viel Eis, Orangenscheibe

Alkohol- und Kalorienangaben sind Schätzungen aus der Rezeptur.

Was den guten Spritz ausmacht

  • Trockener Prosecco (Brut oder Extra Dry): Der Bitterlikör bringt genug Eigensüße mit; ein trockener Schaumwein hält die Balance.
  • Großes, frisches Eis: Kleine Würfel schmelzen sofort und machen den Drink wässrig.
  • Reihenfolge einhalten: Aperol zuerst kippt sich am Eis fest und mischt ungleich.
  • Nicht umrühren: Einmal heben genügt; ständiges Rühren tötet die Perlage.

Die alkoholfreie Variante

„Alkoholfreier Spritz": alkoholfreier Secco + Grapefruit- oder Rhabarber- Bitterlimonade (Verhältnis 2:1) + Spritzer Soda, Orange nicht vergessen. Die Bitternote macht aus Saft+Soda erst einen Mocktail (Grundlagen: Mocktails-Basics).

Häufige Fragen

Warum 3-2-1 und nicht anders?

Die Formel ist Herstellerkonvention (Aperol-Werbung seit Jahren) und hat sich als Balance bewährt: genug Bitterkeit für den Apéritif-Effekt, genug Schaumwein für Leichtigkeit. In Venetien wird oft 2-1 gespritzt (weinlastiger).

Kann ich statt Prosecco Sekt nehmen?

Geschmacklich ja, typologisch nein: Dann heißt es einfach „Sekt-Spritz". Der italienische Charakter lebt vom leichten, perligen Prosecco.

Ist Aperol dasselbe wie Campari?

Nein. Campari ist dunkler, deutlich bitterer und hochprozentiger (25 % Vol vs. 11 %). Der Campari-Spritz ist die ältere, herbere Version desselben Konzepts.

Warum wird der Spritz wässrig, wenn er steht?

Das Eis. Große Würfel und ein schnell getrunkener Aperitif sind die Lösung – der Drink ist als kurzes Getränk konzipiert, nicht als Langzeitbegleiter.


Weiterlesen: Sekt vs. Prosecco vs. Champagner · Mojito · Mocktails-Basics · Verantwortungsvoll genießen: BZgA unter kenn-dein-limit.de

Quellen: IBA Spritz-Familie / Herstellerangaben Aperol (abgerufen am 2026-08-23) · Wikipedia Spritz (Herkunft „spritzen") · Atwater-Schätzung (R19).

Alkohol ist nicht risikofrei. Dieser Artikel informiert über Getränke und Zubereitung, nicht über möglichst hohen Konsum.