Wie viel sollte man am Tag trinken?
Wie viel trinken am Tag wirklich nötig ist, welche Getränke zählen und warum die Urinfarbe mehr sagt als jede App.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt als Richtwert für Erwachsene etwa 1,5 Liter Flüssigkeit über Getränke pro Tag an. Zusammen mit dem Wasser aus fester Nahrung ergibt das eine Gesamtaufnahme von deutlich mehr; genau diese Unterscheidung zwischen Trinkmenge und Gesamtmenge sorgt oft für Verwirrung.
Woher die Zahl kommt
Der Referenzwert basiert auf Bilanzrechnungen: Dem Körper geht über Urin, Atem und Haut Wasser verloren, diese Verluste werden über Getränke, Nahrung und Oxidationswasser ausgeglichen. Die DGE rechnet für Erwachsene mit rund 1,5 Litern, die bewusst getrunken werden sollen.
Welche Getränke zählen
Wasser aller Art ist die unproblematischste Basis. Ungesüßter Tee und Kaffee tragen ebenfalls zur Flüssigkeitsbilanz bei; der verbreitete Satz, Kaffee entziehe Wasser, hält wissenschaftlicher Prüfung in dieser Form nicht stand. Süßgetränke liefern zwar auch Flüssigkeit, aber zusätzlich Zucker; sie sind kein empfehlenswerter Hauptanteil der täglichen Trinkmenge.
Anzeichen für zu wenig
Ein praktischer Hinweis statt einer Formel: Die Farbe des Urins zeigt die Versorgung besser als jede App. Dunkelgelb spricht für nachholen von Flüssigkeit, hellgelb bis farblos für eine gute Versorgung.
Wann es mehr sein darf
Bei Hitze, Sport oder körperlicher Arbeit verliert der Körper mehr Wasser über den Schweiß. Die Trinkmenge sollte dann steigen; wie viel, hängt von Dauer und Intensität ab. Isotonische Getränke sind dafür meist nicht nötig; Wasser genügt bei normalen Belastungen.
Häufige Fragen
Stimmt es, dass man zwei Liter trinken muss?
Die pauschale Zwei-Liter-Regel ist eine Faustzahl ohne exakte Grundlage. Die DGE nennt 1,5 Liter als Richtwert über Getränke; der persönliche Bedarf variiert mit Größe, Temperatur und Aktivität.
Kann man zu viel trinken?
Sehr große Mengen in kurzer Zeit können für den Körper gefährlich sein, weil Salze verdünnt werden. Normaler Durst führt aber nicht in diesen Bereich.
Weiterlesen: Mineralwasser und Apfelschorle im Verzeichnis.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte Wasser.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung.
